RUMELN-KALDENHAUSEN – Chemieunterricht macht Spaß, besonders wenn er von der Feuerwehr gestaltet wird. Diese Erfahrung machten knapp 90 Schülerinnen und Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums in Rumeln-Kaldenhausen.

Die siebten Klassen des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) in Rumeln-Kaldenhausen erlebten kürzlich einen ganz besonderen Chemieunterricht. Das Klassenzimmer wurde für einen Vormittag kurzerhand wenige 100 Meter weiter in das Gerätehaus des Löschzugs Rumeln-Kaldenhausen der Freiwilligen Feuerwehr (FF RuKa) verlegt. Zum Abschluss einer Themenreihe, die sich mit Verbrennungsprozessen beschäftigte, gaben die Blauröcke mit Unterstützung ihres Fördervereins den Gymnasiasten einen kurzweiligen Einblick in Ihre Arbeit.

Chemielehrer Jochen Poidinger, der die Kooperation für das AEG betreut: „Die seit Jahren gepflegte Zusammenarbeit mit der FF RuKa war auch in diesem Jahr erfolgreich. Raus aus der Schule und rein in die Praxis! Im Unterricht erarbeiten die Schülerinnen und Schüler, welche Bedingungen für einen Verbrennungsprozess erfüllt sein müssen, bei der Feuerwehr erfahren sie, wie Brände gelöscht werden.“

Es begann mit einem beeindruckenden Knalleffekt. Eine alltägliche Situation: Klaus Schusselig – gespielt von einem Mitglied der FF RuKa – erhitzt auf seinem Herd einen Topf mit Öl. Der Nachbar klingelt, und Klaus Schusselig vergisst im angeregten Plausch seinen Öltopf. Der nimmt das übel und fängt Feuer. Dass die erste Löschidee, nämlich Wasser, nicht immer die beste ist, bekamen die Schüler eindrucksvoll zu spüren. Es entwickelte sich ein riesiger Feuerball, dessen Hitze selbst in sicherer Entfernung deutlich zu spüren war. Was war passiert? Das Wasser hatte sich aufgrund der großen Hitze im Topf schlagartig in Wasserdampf verwandelt und löste eine sogenannte Fettexplosion aus. Wie es richtig geht erfuhren die Siebtklässler natürlich auch: Den Topf mit dem Deckel verschließen und nasse Lappen zur Kühlung darüber legen!

Udo Dötsch, Mitinitiator der Kooperation, erläuterte im Anschluss daran, dass die Feuerwehr neben den Klassikern Menschenrettung und Brandbekämpfung noch viele andere Aufgaben, wie zum Beispiel Brandschutzerziehungen in Kindergärten und Schulen oder auch Unwettereinsätze, übernimmt. Besonders wichtig für die schnelle Hilfe: Der richtige Notruf! Wer ruft an, wo ist die Einsatzstelle, was ist geschehen und wie viele Personen sind betroffen? Nur so können die Mitarbeiter der Leitstelle die Retter schnell und in ausreichender Anzahl alarmieren. Service-Informationen dazu und zur Jugendfeuerwehr liefert auch die neue Website des Fördervereins der Brandschützer aus Rumeln-Kaldenhausen www.feuerwehr-rumeln-kaldenhausen.de

Dass Chemieunterricht dieser besonderen Art Spaß macht, bestätigten die Pennäler beim Abschied fröhlich. Und einige denken darüber nach, in der Jugendfeuerwehr mitzumachen.