Am 20. November 2006 war es endlich so weit .....

Im Beisein der Schülervertretungen beider Schulen, sowie der Schulpflegschaften paraphierten die beiden Schulleiter des Albert Einstein Gymnasiums (Hr. OStD Weber) und der Realschule Rheinhausen II (Hr. RR Heuck) den Kooperationsvertrag, den Sie unten einsehen können.

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Im Laufe der nächsten Wochen wird dieser Vertrag durch die Mitbestimmungsgremien der Schulen bestätigt werden und zu einem späteren Termin feierlich unterzeichnet werden.

Zu dem heutigen, sehr erfreulichen und wichtigen Termin für unsere beiden Schulen haben wir gemeinsam folgende Presseerklärung abgegeben:

Pressemitteilung:

Novum in der Duisburger Schullandschaft

Paraphierung des Kooperationsvertrages zwischen dem Rumelner Albert-Einstein-Gymnasium und der Realschule Rheinhausen II mit dem gemeinsamen Ziel, unter Aufrechterhaltung der jeweiligen schulformtypischen Standards eine bestmögliche Förderung der Schüler im Duisburger Westen zu ermöglichen.

Die ohnehin traditionell gute Zusammenarbeit beider Schulen wird jetzt durch einen Kooperationsvertrag auf ein neues, zukunftsweisendes Fundament gestellt. Die Kooperation fördert die im neuen Schulgesetz explizit geforderte Sicherung von Qualität und deren Weiterentwicklung.

Paraphiert wird der Vertrag am 20.11.2006 um 10.00 Uhr durch die Schulleiter Ulrich Heuck (Realschule Rheinhausen II, Ulmenstraße) und Karl-Heinz Weber (Albert-Einstein-Gymnasium, Schulallee) im Beisein von Eltern- und Schülervertretern beider Schulen.

Zentrale Prüfung und das Zentralabitur – für unsere Schüler ein wichtiges Thema – verpflichten Realschule und Gymnasium zu enger Kooperation, um den für die Schüler jeweils besten Unterricht anzubieten. Da Schülerlaufbahnen nicht immer gradlinig verlaufen und nicht 100%ig vorhersehbar sind, ist schulformübergreifende Zusammenarbeit heute mehr denn je angesagt. Dass das geht, zeigen Beispiele aus der Vergangenheit:

Viele Schüler der Realschule konnten nach einem Wechsel zum Gymnasium dort ihre Schullaufbahn erfolgreich fortsetzen.

Umgekehrt war der Wechsel vom Gymnasium zur Realschule für andere Schüler der Schlüssel zum Erfolg.

Innerhalb der Kooperation stehen z.B. gegenseitige Hospitationen von Eltern, Schülern und Lehrern, gemeinsame Sitzungen von Fachkonferenzen und der Informationsaustausch von Anforderungsprofilen als sinnvolle Aktivitäten auf dem Plan.

Gemeinsam empfinden beide Schulen es jedoch als außerordentlich wichtig, dass Eltern bei der Wahl der Schulform nach Klasse 4 die Beratung durch die Grundschulen ernst nehmen und ihre Kinder nicht von Anfang an einer Überforderung aussetzen.

Seitens des Schulträgers wird diese Kooperation sehr begrüßt. Die Steigerung der Qualität von Bildung ist ein wichtiges kommunales Anliegen. Die hier beabsichtigte Weiterentwicklung der Zusammenarbeit der beiden Schulen, macht deutlich, dass die Interessen der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt gestellt werden.

 

Der Text des Kooperationsvertrages, so wie er heute paraphiert wurde lautet:

Kooperationsvertrag


zwischen:


Realschule Rheinhausen II und Albert-Einstein Gymnasium

 

Präambel

 

Die Bildungschancen und Kompetenzprofile unserer Schülerinnen müssen verbessert werden, denn

  • in internationalen Leistungsvergleichsstudien (PISA) kommt circa ein Viertel der deutschen SchülerInnen nicht über die erste von fünf Lesekompetenzstufen hinaus, die Spitzengruppe ist eher klein und soziale und familiäre Bedingungen haben erheblichen Einfluss auf die Bildungschancen.
  • Zu viele Schülerinnen müssen eine Klasse wiederholen.
  • Ein zu hoher Anteil verlässt die Schule ohne Schulabschluss.
  • Zu viele Schulabgänger schaffen nicht den Übergang in eine Ausbildung


Ausbildungsbetriebe, weiterführende Schulen und Hochschulen klagen über mangelnde sprachliche Kompetenzen der Schulabgänger.


Das neue Schulgesetz macht Anforderungen an die weiterführenden Schulen verbindlicher und deutlicher als dies in der Vergangenheit geschah.


Dies gilt z. B. für das Thema „Versetzung". Heute gilt:


Die Schule hat ihren Unterricht so zu gestalten und die Schülerinnen und Schüler so zu fördern, dass die Versetzung der Regelfall ist. Schülerinnen und Schülern der Grundschule und der Sekundarstufe 1, deren Versetzung gefährdet ist, wird zum Ende des Schuljahres eine individuelle Lern- und Förderempfehlung gegeben. Sie sollen zudem die Möglichkeit der Teilnahme an schulischen Förderangeboten erhalten mit dem Ziel, unter Einbeziehung der Eltern erkannte Lern- und Leistungsdefizite bis zur Versetzungsentscheidung zu beheben. Eine Lern- und Förderempfehlung erhalten Schülerinnen und Schüler der Grundschule und der Sekundarstufe l auch im Falle der Nichtversetzung zum Ende des Schuljahres (Schulgesetz §50,3).


Dies gilt ebenfalls für die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Schulformen der weiterführenden Schulen. Heute gilt:


Am Ende der Erprobungsstufe entscheidet die Klassenkonferenz, ob die Schülerin oder der Schüler den Bildungsgang in der gewählten Schulform fortsetzen kann. Nach jedem Schulhalbjahr in der Erprobungsstufe befindet sie außerdem darüber, ob sie den Eltern leistungsstarker Schülerinnen und Schüler der Hauptschule einen Wechsel ihres Kindes zur Realschule oder zum Gymnasium und den Eltern leistungsstarker Schülerinnen und Schüler der Realschule einen Wechsel ihres Kindes zum Gymnasium empfiehlt (Schulgesetz §13,3).


Im Kern geht es darum, individuelle Lernlaufbahnen für Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen,


die jedem jungen Menschen ohne Zeitverlust eine für ihn optimale Vorbereitung auf das Leben (Lebensplanung, Arbeitswelt, u. s. w.) bietet.

 

Am Albert-Einstein-Gymnasium besteht für die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, ihre


Schulausbildung als sehr individuelle Lernlaufbahnen zu gestalten. Diese charakteristische Eigenschaft ist im Schulprogramm ebenso verankert wie das besondere Beratungs- und Förderkonzept, das Schullaufbahnen formt und absichert.


Dadurch sind im Schulprogramm die pädagogischen wie organisatorischen Basisvoraussetzungen für eine Kooperation mit der Realschule Rheinhausen 2 gegeben.


Die Schullaufbahn an der Realschule steuert auf den Erwerb der Fachoberschulreife (mittlere Reife) zu. Ein nicht geringer Anteil der SchülerInnen an der Realschule Rheinhausen 2 erreicht darüber hinaus den Qualifikationsvermerk, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt.


Um gerade diesen SchülerInnen eine entsprechende, individuelle Förderung und eine möglichst große Hilfestellung für den Übergang zur gymnasialen Oberstufe anbieten zu können, erscheint eine enge Kooperation mit dem Albert Einstein Gymnasium ideal.


Ziel ist es dabei durch schulorganisatorische Maßnahmen bereits in der Klasse 10 möglichst alle Angebote machen zu können, die einen Übergang zum Gymnasium ohne Zeitverlust und mit möglichst wenig Reibungsverlusten durch Anpassungsschwierigkeiten sicherstellen zu können.


Am Albert-Einstein-Gymnasium und der Realschule Rheinhausen 2 soll nun im allseitigem Interesse eine Kooperation beider Schulen ins Leben gerufen werden mit dem Ziel, unter Aufrechterhaltung der jeweiligen schulformtypischen Standards individuelle Lernlaufbahnen zu ermöglichen, zu harmonisieren und zu optimieren.


Der Vertrag schafft die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen, um einen umfangreichen Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen Schülern, Eltern und Lehrern beider Schulen herbeizuführen. Wir wollen Lernlaufbahndurchlässigkeit von Kl. 6-10 in beide Richtungen.


Die gemeinsamen Interessen beziehen sich insbesondere auf die Klassen 6-11 (bei Schulzeitverkürzung Klasse 10).


Schüler, Eltern und Lehrer spielen in diesem Prozess eine gleichberechtigte Rolle und werden in die Kooperation aktiv eingebunden. Die vereinbarte Kooperation ist auf Selbststeuerung angelegt und strebt die Schaffung von Kooperationsroutinen an.

 

I. Vereinbarungsrahmen


1. Den rechtlichen Rahmen der gemeinsamen Aktivitäten


bilden die Bestimmungen und Richtlinien für die Schulen des Landes NRW sowie das Schulgesetz und sonstige, die geplanten Aktivitäten erfassende Gesetze, Verordnungen und Richtlinien, die für die Schulen gelten.


2. Die in der Anlage festgehaltenen Kooperationsaktivitäten


haben - unabhängig vom formulierten Verbindlichkeitsgrad und entsprechend dem experimentellen Charakter des Vorhabens - den Stellenwert von Absichtserklärungen. Die genannten Ansprechpartner werden versuchen, die festgehaltenen Ideen sukzessive zu realisieren. Ein Rechtsanspruch auf Erfüllung besteht für keine der beiden Seiten.


3. Die Laufzeit dieser Vereinbarung


beträgt ein Jahr, beginnend mit dem Datum der Unterzeichnung. Sie verlängert sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn keine neuen Vereinbarungen getroffen werden. Sie kann von beiden Seiten ohne die Wahrung von Fristen gekündigt werden.


4. Zwischen den Vereinbarungspartnern


besteht Einigkeit, dass diese und die in der Anlage getroffenen Vereinbarungen auf eine langfristige Kooperationsentwicklung ausgerichtet sind. Nach jeweils einem Kooperationsabschnitt werden die Partner ihre Erfahrungen austauschen und die Vereinbarung einvernehmlich. modifizieren und optimieren.


5. Aktivitäten


sollen Bestandteil der schulinternen Lehrpläne bzw. sonstiger zum Schulprogramm gehörender und ergänzende(r) Aktivitäten der Schulen sein. Sie werden an geeigneten Stellen und zu geeigneten Zeiten dokumentiert und öffentlich gemacht (z. B. Internet-Auftritt über die Homepage, Tag der offenen Tür, u. ä.).


Angestrebt wird eine Kooperation, die sich in einer jährlichen Routine wiederholt und weiterentwickelt.


6. Weitere Vereinbarungen


Die Partner sind frei, weitere über die schulbezogenen Aktivitäten hinausgehende Abmachungen zu treffen.


II. Geplante Aktivitäten


Die Vertragspartner haben gemeinsame Aktivitäten vereinbart, mit denen der

Kooperationsprozess begonnen wird. Diese sind in der Anlage zum Vereinbarungsrahmen festgeschrieben.


Die Art und Zahl der Aktivitäten ist ausbaufähig.


Die Anlage ist Bestandteil des Kooperationsvertrages.

 

 

Duisburg, den 20. November 2006


paraphiert durch die Schulleiter des Albert Einstein Gymnasiums und der Realschule Rheinhausen 2

 

Anlage des Kooperationsvertrags


Vereinbarte Aktivitäten:

  • Hospitationen von Eltern, Schülern und Lehrern an der jeweils anderen Schule
  • Austausch von Klassenarbeiten und Anforderungskriterien
  • Gemeinsame Sitzungen von Fachkonferenzen
  • Angleichungskurse für Schulformwechsler
  • 11er Lernpaten für 10er Schüler der Realschule
  • Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit Probezeiten bis zu 6 Monaten
  • Absprachen zur Stundentafel wegen Schulzeitverkürzung (Schwerpunkt Kl. 10)